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Geschichte

Als Ortschaft ist Pfaffnau erstmals im Jahre 893 in einer Zinsrolle der Abtei Zürich erwähnt als Fafanhaa. Später hiess es Faffena, Pfaffenach und schliesslich Pfaffnau, was soviel bedeutet wie Pfaffenbach.

Pfaffnau hat sein eigenes Adelsgeschlecht. 1191 tritt Heinrich von Phafena als Zeuge auf. Im 13. Jahrhundert schenkt Ritter Heinrich von Pfaffnau dem Kloster St. Urban seinen Besitz an Land und Wald. 1340 verkauft Heinrich IV. von Pfaffnau den geistlichen Herren von St. Urban auch die Burg und den dazugehörigen Hof. Zwei Burgstellen bei den heutigen Höfen Burg, an der Strasse über Eberdingen nach Richenthal, sind jetzt noch Zeugen für das lokale Adelsgeschlecht "von Pfaffnau".

Die Pfarrkirche steht auf einem kleinen Hügel. Sie ist dem heiligen Vincentius von Saragossa geweiht. Ihr Bau begann 1809. Die vorherige Kirche stand am Fusse des Kirchhügels, neben der St. Antoniuskapelle. Am 3. Juli 1807 verwüstete eine Feuersbrunst die Kirche. Die erste Kunde von einer Kirche in Pfaffnau stammt aus dem Jahre 1275. Die St. Antoniuskapelle wurde 1687 erbaut. Der steinerne Bau zwischen Kirche und Pfarrhof ist die Kornschütte. Hier wurden die Getreidezehnten für das Kloster St. Urban abgeliefert.

Bemerkenswert sind daran das schöne Portal von 1750 mit dem Wappen des Abtes Robert Balthasar und der grosse Torbogen.

Nördlich neben dem Zehntenhaus steht das Pfarrhaus. Es lohnt sich, diesen prächtigen Bau von der Kirchenstiege aus zu betrachten. Es wurde 1764 - 1765 unter Abt Augustin Müller als Sommerresidenz von St. Urban erbaut. Das von ungewöhnlichem Repräsentationswillen zeugende Rokokopalais wurde von Baumeister Ringier aus Zofingen erstellt.

St. Urban gehört ebenfalls zur politischen Gemeinde Pfaffnau und war ursprünglich eine Hofsiedlung, die Nieder-Tundwil hiess. 1194 gründeten Zisterziensermönche mit einer Stiftung der Herren Langenstein im bernischen Kleinroth ein Kloster und zogen bald darauf nach Nieder-Tundwil, wo dann das Kloster St. Urban entstand. Das segensreiche Wirken der Mönche brachte das Kloster zu grosser Blüte. Es blieb aber auch nicht von Schicksalsschlägen verschont. Das Kloster St. Urban wurde 1848 aufgehoben. Die Klosteranlage beherbergt seither eine psychiatrische Klinik des Kantons Luzern, das heutige Psychiatriezentrum Luzerner Landschaft, welches in den letzten Jahren durch moderne Neubauten ergänzt und ausgebaut wurde. 1992 wurde eine umfassende Restaurierung der Klosteranlage St. Urban abgeschlossen. Die Einweihung der restaurierten Orgel fand schliesslich 1993 statt.

Text von der Informationstafel auf dem Dorfplatz